Barrierefreie Renovierung im Bad: Dusche und Haltegriffe planen
Ein barrierefreies Badezimmer entsteht nicht durch den nachträglichen Einbau einzelner Hilfsmittel, sondern durch eine durchdachte Planung von Anfang an. Wer heute saniert, sollte die Bedürfnisse der nächsten zwanzig Jahre berücksichtigen. Zwei Elemente stehen dabei im Mittelpunkt: die bodengleiche Dusche und korrekt montierte Haltegriffe. Beide Maßnahmen kosten wenig mehr als eine konventionelle Lösung, verhindern aber später teure Umbauten und erhalten die Selbstständigkeit im Alltag.
Die bodengleiche Dusche verlangt einen präzisen Aufbau des Untergrunds. Der Boden muss um mindestens ein Prozent in Richtung Ablauf geneigt sein, damit das Wasser zuverlässig abfließt. Für den Einbau eignen sich linienförmige Rinnen oder Punktabläufe, wobei die Entwässerungsleistung auf die Duschtasse abgestimmt sein muss. Wichtig ist außerdem eine lückenlose Abdichtung unter den Fliesen, denn schon kleine Fehler führen zu Feuchtigkeitsschäden im Estrich. Wer sich umfassend über Gestaltungsideen für ein zugängliches Zuhause informieren möchte, findet bei media-top.de praktische Anregungen, die sich auch auf kleine Grundrisse übertragen lassen. Der Einstieg ohne Schwelle sollte maximal zwei Zentimeter hoch sein, damit ein Rollstuhl oder ein Rollator problemlos darüberrollt.
Haltegriffe sind kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Sicherheitsmerkmal wie ein Rauchmelder. Sie müssen dort sitzen, wo der Körper sie tatsächlich braucht: neben der Toilette, in der Dusche und an der Badewanne. Die Montage erfolgt ausschließlich in der tragenden Wand oder mit geeigneten Dübeln in massivem Mauerwerk. Hohlraumwände benötigen eine Verstärkung aus Holz oder Metall, die schon beim Rohbau eingeplant wird. Die richtige Höhe liegt bei etwa 85 bis 90 Zentimetern über dem fertigen Boden, gemessen an den Nutzern. Ein Griff mit 30 Millimetern Durchmesser lässt sich besser umfassen als ein dünner Stab. Rutschhemmende Fliesen der Klasse R10 oder höher reduzieren zusätzlich die Gefahr von Stürzen.
Wer diese drei Bereiche – Dusche, Griffe und Bodenbelag – gemeinsam plant, erhält ein Bad, das allen Generationen dient. Die Investition liegt meist nur geringfügig über einer Standardlösung, der Gewinn an Komfort und Sicherheit ist dauerhaft. Eine frühzeitige Beratung durch Sanitärfachbetriebe verhindert Fehlplanungen und sichert die Förderfähigkeit über die KfW.